Die Politik hat „viel, viel versäumt“: Saar-Eventbranche ärgert sich über Club-Schließungen

Im Rahmen der neuen Corona-Verordnung im Saarland ist der Betrieb von Clubs und Diskotheken hierzulande derzeit untersagt. In der Branche sorgt das wiederum für Ärger - zum Teil wird aber auch Verständnis gezeigt.
Im Bild zu sehen: die Saarbrücker Garage. Foto: BeckerBredel
Im Bild zu sehen: die Saarbrücker Garage. Foto: BeckerBredel

Vergangene Woche hatte der Ministerrat eine neue Corona-Verordnung im Saarland beschlossen. Die deutlichen Regelverschärfungen in verschiedenen Lebensbereichen sind am Donnerstag (2. Dezember 2021) in Kraft getreten. Paragraf 6a, unter dem Titel „Betriebsuntersagung“, sieht demnach vor: „Der Betrieb von Clubs und Diskotheken ist untersagt.“ In der Branche sorgt das wiederum für Ärger, zum Teil aber auch Verständnis.

Politik hat „viel, viel versäumt“

Im „Aktuellen Bericht“ des „SR“ ist in diesem Zusammenhang etwa Heiko Renno von „Saarevent“ (die Firma betreibt die Saarbrücker Garage zu) zu Wort gekommen. „Sie (die Entscheidung der Politik, Clubs und Discos zu schließen, Anm. d. Red.) ist in Anbetracht der momentanen Lage nachvollziehbar, allerdings wenn man so die letzten 20 Monate sich mittlerweile anschaut, ist es natürlich extremst ärgerlich„. Seiner Auffassung nach habe die Politik „viel, viel versäumt“ in Bezug auf entsprechenden Schutz der Bevölkerung sowie die Zulassung von Konzepten, die von der Event- sowie Veranstaltungsbranche für einen weiteren Betrieb ausgearbeitet worden seien. Dennoch bleibt Renno optimistisch, heißt es im Beitrag. Er gehe davon aus, dass die Garage auch diesen Winter überlebt. Die Forderung: eine klare Perspektive.

„Hilfsprogramme durchforsten“

Ähnlich sei auch die Situation im Saarbrücker Apartment Club. Die beiden Geschäftsführer sind der Ansicht, mit 2G-Plus „sehr gut gefahren“ zu sein. Die Kund:innen hätten das „ganz konsequent gemacht“. Das System hätte man auch so „weiter durchführen können“. Infolge der Schließung wollen die Geschäftsführer noch einmal „die Hilfsprogramme durchforsten“ und „mit dem Ministerium in Verbindung treten“.

Dehoga Saarland: mehr Staatshilfen gefordert

Frank C. Hohrath, Hauptgeschäftsführer des Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga), hatte nach Angaben der Deutschen Presse-Agentur erst kürzlich in Saarbrücken gesagt: „Die Branche ist wirtschaftlich und mental am Ende. Inhaber wie Mitarbeiter“. Nun wird gefordert, dass die Politik für deutlich mehr Corona-Finanzhilfen und eine Aufstockung des Kurzarbeitergeldes eintritt.

Verwendete Quellen:
– eigene Berichte
– „Aktueller Bericht“ im „SR“-Stream
– Deutsche Presse-Agentur
Corona-Verordnung im Saarland