Nach Ausschreitungen vor Disco in Trier-West: Elf Personen angeklagt

Mitte Februar kam es zu brutalen Ausschreitungen vor einer Diskothek in Trier-West. Rund 100 Personen waren mit den Ermittlungen beschäftigt. Inzwischen hat die Staatsanwaltschaft Anklage erhoben:
Rund 40 Menschen seien in Trier-West auf Polizeikräfte losgegangen. Foto: Florian Blaes
Rund 40 Menschen seien in Trier-West auf Polizeikräfte losgegangen. Foto: Florian Blaes

Elf Personen nach Ausschreitungen angeklagt

In der Nacht von Donnerstag auf Freitag, 17.02.2023, kam es zu Ausschreitungen vor dem „Secret Club“ in Trier-West. Wegen der Ereignisse in dieser Nacht hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen insgesamt elf Personen im Alter zwischen 16 und 42 Jahren erhoben.

Gegen zwei Personen (42 und 18 Jahre) bestehe laut Staatsanwaltschaft der Verdacht des Angriffs auf Polizeikräfte und Körperverletzung. Acht weiteren Personen (16 und 20 Jahre) wird schwerer Landfriedensbruch, Angriff auf Beamte und gefährliche Körperverletzung vorgeworfen. Gegen eine zur Tatzeit 17-jährige Jugendliche lautet die Anklage auf tätlichen Angriff auf Vollstreckungsbeamte.

Was geschah vor dem Club in Trier?

Zunächst kam es zu einer körperlichen Auseinandersetzung zwischen mehreren Personen aus zwei Gruppen in der Diskothek. Die Security brachten die Personen – unter ihnen zwei der Angeschuldigten – vor die Tür. Dort hatten sich dann die Angeschuldigten und weitere Freunde zusammengetan.

Als die beiden Gruppen im Freien waren, sollen Personen aus einer der beteiligten Gruppen die Polizei alarmiert haben. Sie wollten offenbar Anzeige wegen Körperverletzung gegen Mitglieder der anderen Gruppe erstatten. Dann sei die Lage weiter eskaliert, als der 42-jährige Angeklagte erschien. Er sei mit einem 18-Jährigen auf die Beamten zugestürzt und habe die Polizeikette brutal durchbrochen, um zu den Security-Mitarbeitern zu gelangen. Dabei habe er einen der Polizeikräfte mit der Faust am Kopf getroffen. Dieser erlitt unter anderem eine schmerzhafte Prellung im Bereich der Augenhöhle. Die Beamten konnten den Angriff jedoch abwehren und beide Angreifer unter Einsatz von körperlicher Gewalt, Pfefferspray und eines Schlages mit dem Einsatzschlagstock zu Boden bringen und dort festhalten.

Dann gingen die Attacken aus der Menschenmenge los. Die acht Angeklagten im Alter von 16 bis 20 Jahren sollen die Beamten mit Gegenständen beworfen haben. Es wurde mit Glasflaschen geworfen, mit denen sich mehrere der Angeschuldigten aus einem Altglascontainer auf dem Gelände bewaffnet hatten, und die beim Aufprall auf den Boden zwischen den Beamten zerbarsten. Ferner wurde mit Schaufeln und Besenstielen geworfen, die als Reinigungsmittel in einem Behälter auf dem Gelände deponiert waren. Außerdem wurden ein Einkaufswagen und eine Holzpalette in Richtung der Beamten geworfen. Ein Beamter wurde von einem nicht bekannten Gegenstand schmerzhaft am Arm getroffen. Erst als ein Polizist zwei Warnschüsse abfeuerte, endete der Angriff.

Jugendliche seit Festnahme in U-Haft

Der 17-jährigen Angeschuldigten wird in diesem Zusammenhang angelastet, einen der eingesetzten Beamten tätlich angegriffen zu haben, wobei der Angriff jedoch durch einen anderen Beamten abgewehrt werden konnte. Seit ihrer Festnahme am 08. März 2023 befindet sie sich in Untersuchungshaft.

Verwendete Quellen:
– Pressemitteilung Staatsanwaltschaft Trier (12.07.2023), eigener Bericht