Besitz von Kinderpornografie und sexuelle Belästigung: Arzt von Homburger Uniklinik unter Verdacht

Die Staatsanwaltschaft Saarbrücken ermittelt aktuell gegen einen Arzt der Homburger Uniklinik. Diesem wird der Besitz kinderpornografischer Inhalte sowie die sexuelle Belästigung einer volljährigen Patientin vorgeworfen. Die Uniklinik hat die Vorwürfe am Dienstagabend (18. Mai 2021) bestätigt.

Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Arzt der Homburger Uniklinik

Aktuell ermittelt die Staatsanwaltschaft Saarbrücken gegen einen Assistenzarzt des Universitätsklinikums des Saarlandes in Homburg. Dem ärztlichen Mitarbeiter der Uniklinik wird der Besitz kinderpornografischer Inhalte sowie die sexuelle Belästigung einer volljährigen Patientin vorgeworfen.

Professor Dr. Wolfgang Reith, der ärztliche Direktor und Vorstandsvorsitzende des Universitätsklinikums (UKS), bestätigte die laufenden Ermittlungen am Abend: „Die Staatsanwaltschaft Saarbrücken ermittelt derzeit gegen einen ärztlichen Mitarbeiter des UKS wegen des Verdachts des Besitzes kinderpornografischer Inhalte und der sexuellen Belästigung einer volljährigen Patientin“.

Schutzkonzept nach Missbrauchsskandal

Die Homburger Uniklinik geriet bereits in den vergangenen Jahren durch einen Missbrauchsskandal negativ in die Schlagzeilen. Ein früherer Assistenzarzt, der 2016 verstorben war, soll im Zeitraum zwischen 2010 und 2014 zahlreiche Kinder sexuell missbraucht haben. Um die Missbrauchsverdachtsfälle aufzuarbeiten und das zerstörte Vertrauen zurückzugewinnen, hatte die Klinik im Sommer 2019 das Schutzkonzept „Gewaltprävention am UKS“ ins Leben gerufen. Der jüngste Vorfall dürfte das Vertrauen der Bevölkerung allerdings nochmal erheblich erschüttern.

Uniklinik Homburg hat unter Verdacht stehenden Arzt gekündigt

Professor Reith hat am Dienstagabend versichert, dass das Universitätsklinikum bereits Konsequenzen aus den Ermittlungen gegen den Assistenzarzt gezogen habe: „Das UKS nimmt den Vorwurf sehr ernst, hat dem Schutzkonzept entsprechend alle erforderlichen Maßnahmen getroffen und nach eingehender Prüfung eine fristlose Kündigung ausgesprochen„, so der Vorstandsvorsitzende des UKS.

Zudem kündigte Reith an, dass man die Staatsanwaltschaft und die Polizei bei ihrer Arbeit bestmöglich unterstützen werde. „Wir unterstützen die Arbeit der Ermittlungsbehörden in vollem Umfang„, erklärte Reith hierzu. Weitere Auskünfte wollte die Uniklinik am heutigen Dienstagabend unter Hinweis auf das laufende Verfahren nicht erteilen.

„Für das Universitätsklinikum ist es sehr wichtig, die Medien und somit die Bevölkerung transparent über die etablierten Prozesse im Rahmen des Schutzkonzeptes zu informieren. Es wird um Verständnis gebeten, dass aufgrund des laufenden Verfahrens keine Detailfragen beantwortet werden können“, heißt es hierzu in einer Mitteilung des Klinikums.

Verwendete Quellen:
– eigene Recherche
– Angaben des Universitätsklinikums des Saarlandes
– eigene Berichte