Brutaler Überfall in Saarlouis: Was wir über die Verdächtigen wissen

Mehrere Verletzte, Schüsse und eine Explosion - nach dem aufsehenerregenden Überfall auf einen Geldtransporter in Saarlouis sind mehrere Verdächtige festgenommen worden. Sie sollen laut Medienberichten der organisierten Kriminalität in Frankreich angehören.
Der Geldtransporter brannte völlig aus. Foto: BeckerBredel
Der Geldtransporter brannte völlig aus. Foto: BeckerBredel

Bericht: Bandenmitglieder festgenommen

Nach dem spektakulären Überfall auf einen Geldtransporter in Saarlouis-Lisdorf sind nach einem Bericht der Zeitung „Le Parisien“ fünf Verdächtige nahe Paris festgenommen worden. Zwei der Verdächtigen sollen direkt an dem Überfall beteiligt gewesen sein, berichtete die Zeitung am Samstag (14. Januar 2023) unter Verweis auf Justizquellen. Demnach handelt es sich um Mitglieder der organisierten Kriminalität in Frankreich, die bereits in der Vergangenheit wegen ähnlicher Taten verurteilt wurden.

Acht Millionen Euro im Geldtransporter?

Bei der Tat am Freitag war es zu einem Schusswechsel und zu einer Explosion gekommen – die Unbekannten hatten den Transporter aufgesprengt und auch Bargeld erbeutet. In dem Geldtransporter sollen sich laut „Bild“-Zeitung acht Millionen Euro befunden haben.

Bild der Verwüstung in Lisdorf

Danach sollen die Täter mit PS-starken Wagen in Richtung der französischen Grenze geflüchtet sein. An der Großfahndung beteiligten sich die Bundespolizei sowie die französischen Polizei. Am Tatort war ein Bild der Verwüstung zurückgeblieben: Der ausgebrannte Geldtransporter stand quer, mehrere weitere Autos waren verkohlt, Patronenhülsen lagen auf dem Asphalt.

Mehrere Beamte verletzt

Die saarländische Polizei sprach am Samstag lediglich von drei Festnahmen. Über weitere festgenommene Personen lägen derzeit keine Erkenntnisse vor, sagte ein Polizeisprecher. Es werde geprüft, ob die Festgenommenen im Zusammenhang mit der Tat am Vortag stehen. Auch Angaben zur Identität und zu den Umständen der Festnahmen machte der Sprecher nicht. Wie viele Polizisten bei der Tat am Vortag verletzt wurden, blieb ebenfalls offen. Die Beamten hätten sich leichte Verletzungen bei einem Fluchtmanöver der Täter zugezogen.

Was über die Verdächtigen bekannt ist

„Le Parisien“ zitierte eine Quelle aus dem Umfeld der Ermittlungen mit den Worten: „Es handelt sich um ältere Bankräuber, die über ein anerkanntes Know-how in diesem Bereich verfügen.“ Zwei weitere Festgenommene sollen zum selben Team gehören. Der fünfte Täter soll sich am Rande des Geschehens befunden haben. Zu den Festnahmen durch Spezialkräfte der Polizei kam es demnach am Freitagabend in Epinay und Saint-Denis nahe der französischen Hauptstadt.

Zeitung spricht von zwei Millionen Euro Beute

Die Zeitung „JDD“ berichtete ebenfalls von fünf Festnahmen. Darunter habe sich der 56-jährige Abdelkrim L. befunden, der als Vertreter des organisierten Verbrechens in Paris gilt, sowie sein treuer Komplize Khaled A. Beide seien in der Zentralstelle zur Bekämpfung des Organisierten Verbrechens (OCLCO) in Polizeigewahrsam genommen worden. Bei den Tatverdächtigen hätten die Fahnder 500.000 Euro sowie Schusswaffen sichergestellt. Insgesamt soll die Beute demnach knapp zwei Millionen Euro betragen haben.

Der 56-Jährige wurde nach „JDD“-Informationen 2005 wegen eines Überfalls auf einen Geldtransporter, bei dem es im Jahr 2000 in Nanterre bei Paris einen Toten gab, zu 22 Jahren Haft verurteilt.

Ausgebranntes Auto entdeckt

Wie die Zeitung „Le Républicain Lorrain“ berichtete, wurde im lothringischen Boulay ein ausgebranntes Auto gefunden, bei dem es sich um den Fluchtwagen der Täter handeln könnte. Boulay liegt an der Landstraße von Saarlouis nach Metz unweit der Auffahrt auf die Autobahn A4 nach Paris.

Überfall wohl minutiös geplant

Die Polizei ging davon aus, dass der Überfall minutiös geplant war. So sollen die Täter am Freitagmorgen an einer Kreuzung an der Neue-Welt-Straße auf den Geldtransport gewartet haben. Als das Fahrzeug in eine Kurve einbog, rammte ein Kleinwagen den Transporter und brachte ihn so zum Anhalten. Es kam zu einem Schusswechsel und praktisch zeitgleich zu einer Explosion am Heck. Beide Fahrzeuge sollen daraufhin in Brand geraten sein, auch andere Autos in der Nähe wurden beschädigt.

Verwendete Quellen:
- Deutsche Presse-Agentur