Corona-Krise: Bund plant 218,5 Milliarden Euro neue Schulden

Um die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie abzufedern, will der Bund 218,5 Milliarden Euro neue Schulden aufnehmen. Hierfür plant Finanzminister Scholz einen zweiten Nachtragshaushalt von 62,5 Milliarden Euro. Damit plant Deutschland deutlich mehr Schulden als in der Finanzkrise 2010.
Olaf Scholz (SPD), Bundesminister der Finanzen, spricht in der SPD-Parteizentrale zu den Medienvertretern. Foto: Kay Nietfeld/dpa
Olaf Scholz (SPD), Bundesminister der Finanzen, spricht in der SPD-Parteizentrale zu den Medienvertretern. Foto: Kay Nietfeld/dpa
Olaf Scholz (SPD), Bundesminister der Finanzen, spricht in der SPD-Parteizentrale zu den Medienvertretern. Foto: Kay Nietfeld/dpa
Olaf Scholz (SPD), Bundesminister der Finanzen, spricht in der SPD-Parteizentrale zu den Medienvertretern. Foto: Kay Nietfeld/dpa

Bund nimmt Rekordschulden auf

Aufgrund der wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krise will der Bund in diesem Jahr Rekordschulden in Höhe von rund 218,5 Milliarden Euro aufnehmen.

So plant Finanzminister Olaf Scholz zur Finanzierung des Corona-Konjunkturpakets einen zweiten Nachtragshaushalt in Höhe von 62,5 Milliarden EuroKabinett und Bundestag müssen dem zweiten Nachtragshaushalt allerdings noch zustimmen. Einen ersten Nachtragshaushalt über 156 Milliarden Euro hatte der Bundestag bereits Ende März beschlossen. 

Die Kredite sollen dazu dienen, das Konjunkturpaket von CDU/CSU und SPD zu realisieren, das den Konsum und die Wirtschaft in den kommenden Monaten wieder ankurbeln soll. Dadurch soll das Fundament für eine breite und nachhaltige wirtschaftliche Erholung gelegt werden.

Fünfmal so viele Schulden wie bei der Finanzkrise 2010

Die Dimension der Neuverschuldung wird deutlich, wenn man sie mit der Finanzkrise 2010 vergleicht. Damals nahm der Bund den bis dahin geltenden Rekordwert von 44 Milliarden Euro neuen Schulden auf. Diesmal ist der Betrag knapp fünfmal so hoch.

Scholz will Schulden in 20 Jahren tilgen

Finanzminister Scholz plant laut übereinstimmenden Medienberichten, den größten Teil der Corona-Schulden innerhalb von 20 Jahren (ab 2023) wieder zu tilgen. Ökonomen halten diesen Plan vor dem Hintergrund der niedrigen Zinsen allerdings für zu ambitioniert und damit unrealistisch. 

Verwendete Quellen:
– Deutsche Presse-Agentur
– Tagesschau