Ford soll bis Ende März ein Konzept für Saarlouis vorlegen – sonst drohe die „Eskalation“

Das Management von Ford will bis Ende März 2023 ein Zukunftskonzept für den Standort Saarlouis vorlegen. Sollte das nicht passieren, will der Betriebsrat "die Daumenschrauben noch stärker anziehen".
Das Tischtuch zwischen der Ford-Unternehmensleitung und der Saarlouiser Belegschaft ist aktuell zerschnitten. Symbolfoto: picture alliance/dpa | Oliver Dietze
Das Tischtuch zwischen der Ford-Unternehmensleitung und der Saarlouiser Belegschaft ist aktuell zerschnitten. Symbolfoto: picture alliance/dpa | Oliver Dietze

„Bis Ende des Jahres 2022 möchte das Ford Management ein Zukunftskonzept entwickelt und bis Ende 1. Quartal 2023 mit allen wesentlichen Akteuren – wie dem Betriebsrat, der Landesregierung – vereinbart haben“. Das erklärt der Betriebsratsvorsitzende von Ford Saarlouis, Markus Thal, am Mittwoch in einer Mitteilung an die Belegschaft. „Liegt ein solches Konzept nicht vor, dann werden wir die Daumenschrauben noch stärker als bisher anziehen müssen“, verkündet er.

Management müsse nachhaltiges Konzept auf den Tisch legen

Der Betriebsrat sei ebenfalls „an einem zügigen Prozess interessiert, denn wir alle benötigen Transparenz, Perspektiven und Sicherheit“. Bislang ist unklar, wie es für das Werk nach 2025 weitergeht. „Es kann jedoch nicht darum gehen, hier nur schnell fertig zu werden. Das Ford Management muss ein echtes und nachhaltiges Zukunftskonzept auf den Tisch legen“, schrieb Thal.

Zukunft von Werk Saarlouis nur bis 2025 gesichert

Der US-Autohersteller hatte im Juni bekannt gegeben, dass das neue Elektro-Modell nicht im Saarland, sondern in Valencia produziert werden soll. Damit ist die Zukunft des Standortes in Saarlouis mit seinen 4.600 Beschäftigten nur bis Mitte 2025 gesichert. Dann läuft der letzte Ford Focus dort vom Band. Darüber hinaus gelten knapp 2.000 Arbeitsplätze bei Zulieferern durch die Entscheidung als gefährdet.

Betriebsbedingte Kündigungen bis 2025 augeschlossen

Laut Thal habe das Ford Management noch keinen Plan B für Saarlouis. Die Geschäftsführung der Ford-Werke GmbH habe Ende Juli nochmals die Beschäftigungssicherung mit Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen bis Mitte 2025 bestätigt.

Taskforce „Zukunft Saarlouis“ sucht interne oder externe Lösung

Derweil hat die Taskforce „Zukunft Saarlouis“ die Arbeit aufgenommen. Sie soll für das Zukunftskonzept Ford-interne Lösungen am Standort ausloten. Zudem gebe es „zwei externe Lösungspfade: Einerseits die Suche nach einem anderen Automobilhersteller und andererseits der Betrieb des Werkes bzw. Teile davon durch Industrieunternehmen anderer Branchen„.

Betriebsrat erwartet erst Ergebnisse im Oktober – sonst drohe Eskalation

Wie Thal berichtet, plane das Ford Management bis Ende September, die internen Möglichkeiten zu untersuchen und zu bewerten. Man erwarte bei der nächsten Betriebsversammlung am 5. Oktober, dass Ford „entweder bereits ein oder mehrere belastbare beschäftigungsintensive Geschäftsmodelle für Ford-interne Lösungen präsentiert“. Sonst drohe eine Eskalation.

Verwendete Quellen:
– Deutsche Presse-Agentur