Gefahr durch Asiatische Hornisse : Saar-Bevölkerung soll bei Eindämmung helfen

Seit einigen Jahren macht sich auch im Saarland die asiatische Hornisse breit. Anders als seine heimische Verwandte birgt das invasive Insekt jedoch eine Gefahr: denn es ist nicht nur aggressiv, sondern frisst mit Vorliebe Bienen. Die Bevölkerung soll daher nun helfen, die Ausbreitung zu verhindern.
Die Asiatische Hornisse (Vespa Velutina Nigrithorax) breitet sich aus. Foto: Axel Heimken/dpa-Bildfunk
Die Asiatische Hornisse (Vespa Velutina Nigrithorax) breitet sich aus. Foto: Axel Heimken/dpa-Bildfunk

Heimische Hornisse ist meist harmlos

Trotz ihrer Größe und ihres gefährlichen Aussehens sind Hornissen im Grunde nicht nur harmlos, sondern sogar nützlich. Wie der saarländische Imkerverband erklärt, sind sie anders als Wespen den Menschen gegenüber eher zurückhaltend, zudem fressen sie Stechmücken. Hierzulande stehen die Insekten unter Artenschutz. Hornissen zu töten, ist verboten. Das gilt allerdings nur für die heimische Variante.

Asiatische Art macht sich auch im Saarland breit

Seit einigen Jahren breitet sich in ganz Europa jedoch die sogenannte Vespa velutina nigrithorax – die asiatische Hornisse – aus. Im Jahr 2020 wurden erste Sichtungen im Saarland gemeldet. Seither tauchte sie vor allem in und um Saarbrücken, Schmelz, Püttlingen und Merzig auf. Das berichtet der SR.

Invasives Insekt ist aggressiver und eine Gefahr für Bienen

Anders als ihre heimische Verwandte birgt die invasive Hornisse Probleme. Denn sie ist nicht nur aggressiver gegenüber dem Menschen, sondern frisst auch am liebsten Bienen. Die nützlichen Insekten machen bis zu 85 Prozent ihrer Nahrung aus. Die Gefahr: Honigbienen könnten nicht mehr ausfliegen, wenn zu viele von ihnen abgefangen werden, wie Susanne Meuser, eine Bienenforscherin der Saar-Universität, dem SR erklärt. Dem Stock fehlen dann Pollen, Nektar und Wasser – und das ganze Volk könnte verhungern.

Asiatische Hornisse soll eingedämmt werden

Der saarländische Imkerverband will die Ausbreitung der asiatischen Hornisse daher eindämmen. Da der Naturschutz nicht für die invasive Art gilt, darf sie auch bekämpft werden – mittels Fallen, aber auch Monitoring. Dabei ist auch die Bevölkerung gefragt. Wer eine asiatische Hornisse sieht, sollte ein Foto machen und sie einem Imker oder dem Landesamt für Umweltschutz melden.

Expert:innen können Nester einfrieren – und Insekten töten

Auch wer ein Nest entdeckt, sollte Expert:innen verständigen. Diese können das Nest verschließen und einfrieren. Dadurch werden die Hornissen abgetötet. Von Versuchen, die Hornissen-Bauten selbst zu entfernen, sollte man dagegen unbedingt absehen. Die Insekten seien sehr vibrationsempfindlich und greifen schnell an.

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Die asiatische Hornisse erkennen und melden

Unterscheiden lassen sich die Arten etwa an ihrer Farbe. Die heimische Hornisse ist überwiegend gelb mit bräunlichen Streifen, die Asiatische dagegen schwarz mit gelben Beinen. Dadurch ähnelt sie jedoch der schwarzen Holzbiene. Die Nester der invasiven Art findet man meist freihängend in Bäumen oder Büschen.

Wer eine asiatische Hornisse entdeckt, sollte diese dem Referenten für Arten- und Biotopschutz Andreas Werno per E-Mail oder unter der Telefonnummer +49 681 501-3461 melden. Dabei sollte der genaue Ort der Sichtung, bestenfalls mit GPS-Daten, der genaue Zeitpunkt und die Zahl der Insekten bzw. Nester angegeben werden.

Der saarländische Imkerverband hat zahlreiche weitere Informationen rund um die asiatische Hornisse und ihre Eindämmung auf seiner Website zusammengestellt.

Verwendete Quellen:
– Saarländischer Rundfunk
– Saarländischer Imkerverband