Landtag gegen Böllerverbot: Feuerwerk bleibt im Saarland an Silvester erlaubt

Im ganzen Saarland darf in diesem Jahr an Silvester wieder ein Feuerwerk gezündet werden. Der Landtag hat sich geschlossen gegen ein erneutes Böllerverbot ausgesprochen.
Im Saarland soll es zu Silvester 2022 kein Böllerverbot geben. Symbolfoto: Tobias Kleinschmidt/dpa-Bildfunk
Im Saarland soll es zu Silvester 2022 kein Böllerverbot geben. Symbolfoto: Tobias Kleinschmidt/dpa-Bildfunk

Saar-Landtag gegen Böllerverbot

Der saarländische Landtag will in diesem Jahr kein Böllerverbot verhängen. Alle Fraktionen sprachen sich dagegen aus. Damit können nach den Pandemie-Einschränkungen der vergangenen Jahre an Silvester wieder uneingeschränkt Feuerwerkskörper gezündet werden. Das berichtet der SR. Laut Saarbrücker Zeitung planen auch die Kommunen keine Sonderregelungen.

SPD-Fraktionschef hält Verzicht dennoch für besser

Der Fraktionsvorsitzende der SPD, Ulrich Commerçon, begründete die Entscheidung damit, dass er nicht glaube, dass Verbotspolitik etwas bringe. Persönlich halte er einen Verzicht jedoch für besser, da das Geld aktuell für Sinnvolleres ausgegeben werden könne. Zudem verhindere ein Feuerwerksverzicht Verletzungen. Er selbst habe noch nie geböllert, so Commerçon gegenüber der Saarbrücker Zeitung.

Auch CDU und AfD gegen Verbote

Auch CDU-Fraktionschef Stephan Toscani erklärte, dass er nach den vielen Verbote der jüngeren Vergangenheit nichts vom Böllerverbot halte. Man solle die Menschen feiern lassen. Dem pflichtete auch der AfD-Fraktionsvize Christoph Schaufert bei. Böllern sei eine Tradition, die allen Bürger:innen freigestellt sein sollte. In Luxemburg und Teilen von Lothringen gelten derweil vielerorts Böllerverbote.

Gute Gründe gegen Feuerwerk: Tierschutz, Verletzungs- und Traumaprävention

Nicht nur Tierschutzorganisationen, sondern auch der Präsident der Deutschen Ärztekammer, Klaus Reinhardt, fordern derweil ein dauerhaftes Feuerwerk-Verbot. Die Gründe: Tiere und Umwelt leiden unter dem Lärm und Rauch. Zudem erlitten laut Reinhardt jährlich rund 8.000 Menschen eine Verletzung am Innenohr durch lautes Knallen. Hinzu kommen Verbrennungen und Verletzungen am Auge. Neuer Kritikpunkt: Für traumatisierte Kriegsflüchtlinge, etwa aus der Ukraine, sei das Böllern eine weitere Belastung.

Die knappe Tobias Kleinschmidt(53 Prozent) ist eine Umfrage im Auftrag der Verbraucherzentrale Brandenburg zufolge für ein Verbot. 39 Prozent sind klar dagegen.

Verwendete Quellen:
– Saarländischer Rundfunk
– Saarbrücker Zeitung
– Eigene Recherche