„Leere Corona-Versprechen“: Verdi erhebt schwere Vorwürfe gegen Uniklinik des Saarlandes

Die Gewerkschaft Verdi hat das Universitätsklinikum des Saarlandes in einer aktuellen Presseinformation schwer kritisiert. In der Mitteilung wirft sie der Klinik Tarifbruch vor. Demnach seien versprochene Zulagen nicht bezahlt worden. Der Umgang mit den Pflegekräften sei vor allem im Hinblick auf den erhöhten Einsatz während der Corona-Pandemie „eine Schande“.

Die Gewerkschaft Verdi kritisiert die Personalabteilung der Uniklinik des Saarlandes für das Einbehalten von Zulagen und wirft ihr "leere Corona-Versprechen" vor. Symbolfoto: Cristian Vivero Boornes/Agencia Uno/dpa
Die Gewerkschaft Verdi kritisiert die Personalabteilung der Uniklinik des Saarlandes für das Einbehalten von Zulagen und wirft ihr „leere Corona-Versprechen“ vor. Symbolfoto: Cristian Vivero Boornes/Agencia Uno/dpa

Mit deutlichen Worten kritisiert Frank Hutmacher, der Landesbezirksfachbereichsleiter bei Verdi Rheinland-Pfalz-Saarland, die aus seiner Sicht mangelnde Wertschätzung der Pflegekräfte durch die Personalabteilung der Uniklinik des Saarlandes. Versprechungen, die zu Beginn der Corona-Pandemie gemacht worden seien, hätte man in keinster Weise eingehalten. 

Verdi: „Die Zeit des Beifallklatschens scheint vorbei“

„Die Zeit des Beifallklatschens scheint vorbei. Jetzt erinnern sich manche Arbeitgeber nicht mehr an ihre Versprechen während der Anfangstage der Corona-Pandemie. Die Uniklinik des Saarlandes schreckt noch nicht einmal vor Tarifbruch zurück“, kritisiert Frank Hutmacher.

„Die Uniklinik hat gezahlte Zulagen wieder eingezogen beziehungsweise versprochene Zulagen für das Arbeiten auf der Intensivstation oder auch für das kurzfristige Einspringen nicht bezahlt„, führt Hutmacher weiter aus. Dies sei laut Verdi ohne Rücksprache mit den Beschäftigten geschehen.

Verdi wirft der Uniklinik Tarifbruch vor

Dabei habe die Uniklinik für das Einbehalten der Wechselschichtzulagen fadenscheinige Gründe angeführt. Die Zulage, die den Beschäftigten als finanzieller Ausgleich für die Einwirkung auf den Lebensrhythmus dient, sei einbehalten worden, weil die Pflegekräfte angeblich nicht „rund um die Uhr“ gearbeitet hätten.

Dabei ginge es laut Verdi um „angeblich fehlende 15 Minuten“, die nur dem Umstand geschuldet seien, dass die Mitarbeiter/innen „auf Wunsch des Arbeitgebers entweder von den üblichen Arbeitszeiten abgewichen beziehungsweise durch Versetzung in einen anderen Zyklus gekommen“ seien. Nach Verdi sei für den Erhalt der Wechselschichtzulage ohnehin nur „ein Einsatz in allen Schichtarten, nicht aber ‚rund um die Uhr‘ erforderlich“. Die Vorgehensweise der Uniklinik ist aus Gewerkschaftssicht „tarifwidrig und entgegen den bekannten Urteilen der Gerichte“, wie es in einer Verdi-Mitteilung vom Montag (17. August 2020) heißt. 

Verdi-Pflegebeauftragter: „Verhalten beleidigt alle betroffenen Pflegekräfte“

„Die Art und Weise wie hier mit den Kolleginnen und Kollegen umgegangen wird, ist eine Schande“, meint der Verdi-Pflegebeauftragte Michael Quetting. „Es wäre anständig, ein solches Vorgehen mit der Tarifpartei Verdi und erst recht mit den eigenen Angestellten und deren Personalrat zu besprechen“, führt Quetting weiter aus. Der Gewerkschafter empfindet das Verhalten der Uniklinik als „peinlich und unkultiviert“.  Zudem beleidige die Vorgehensweise alle betroffenen Pflegekräfte. „Ein solches Verhalten ist zu verurteilen“, so Quetting weiter.

Verdi wirft der Personalabteilung der Uniklinik des Saarlandes abschließend vor, dass sie sich nicht um die Versprechungen der vergangenen Tage kümmere. Man habe wie selbstverständlich erwartet, dass die Beschäftigten sich den Gefahren der Corona-Pandemie aussetzen, ohne dabei auf die eigene Gesundheit zu achten. Nun würde man die Mitarbeiter/innen im Regen stehen lassen und sich nicht mehr weiter um die Belange der Belegschaft scheren.

Verwendete Quellen:
– Angaben der Gewerkschaft Verdi