Ministerpräsident Tobias Hans warnt vor Kollaps in Krankenhäusern

Der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans befürchtet, dass die Intensivkapazitäten in deutschen Krankenhäusern während der Corona-Pandemie nicht ausreichen. Es könne zu einem Kollaps in vielen Kliniken kommen. Auch ein Medizinexperte hält die Lage für deutlich dramatischer als zu Beginn der Pandemie im Frühjahr.
Tobias Hans warnt vor einem Kollaps in den deutschen Krankenhäusern. Archivfoto: Oliver Dietze/dpa
Tobias Hans warnt vor einem Kollaps in den deutschen Krankenhäusern. Archivfoto: Oliver Dietze/dpa
Tobias Hans warnt vor einem Kollaps in den deutschen Krankenhäusern. Archivfoto: Oliver Dietze/dpa
Tobias Hans warnt vor einem Kollaps in den deutschen Krankenhäusern. Archivfoto: Oliver Dietze/dpa

Ministerpräsident Hans warnt vor Kollaps in Kliniken

Ministerpräsident Tobias Hans warnt mit Blick auf die steigenden Corona-Zahlen vor einem drohenden Kollaps in vielen Krankenhäusern. „Die Situation ist erschreckend und alarmierend: Schon bald kann es zu einem Kollaps in vielen der 1900 Krankenhäuser in Deutschland kommen“, sagte der CDU-Politiker der „Bild am Sonntag“.

Gerade jetzt, wo in der zweiten Corona-Welle jeder Intensiv- und Beatmungsplatz dringend benötigt werde, würden Kliniken aus der Versorgung fallen, Stationen geschlossen und Notaufnahmen abgemeldet. „Grund ist fehlendes oder erkranktes Pflegepersonal“.

Hans fordert Rettungsschirm für Kliniken

Hans fordert aufgrund der Situation einen Rettungsschirm für die Kliniken: „Sie brauchen dringend Unterstützung. Neben dem Personalengpass droht den Krankenhäusern der finanzielle Kollaps“. Sein Vorschlag: „Wir sollten jetzt dringend die Freihaltepauschalen wieder einführen, damit die Kliniken in den nächsten Wochen und Monaten finanziell abgesichert sind“. Bei Freihaltepauschalen handelt es sich um Tagespauschalen als Ausgleich für jedes leerstehende Bett.

Auch Medizinexperte Janssens hält Lage für Ernst

Der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI), Uwe Janssens, hält die aktuelle Corona-Situation ebenfalls als deutlich dramatischer als im Frühjahr: „Es ist in einigen Bundesländern nicht mehr viel Spielraum. Berlin hat nur noch 14 Prozent freie Intensivbetten, Bremen 17 Prozent“.

Dies liege auch daran, „dass viele Kliniken immer noch ihr Routineprogramm durchführen“. Als Beispiele nannte Janssens Magen-Bypässe und Gelenk-Operationen. Mit Blick auf die Lage zu Beginn der Corona-Pandemie im Frühjahr sagte Janssens: „Damals war die Situation übrigens viel weniger dramatisch als das, was jetzt auf uns zukommt“.

Verwendete Quellen:
– „Bild am Sonntag“
– Deutsche Presse-Agentur