Nach Kindesmissbrauch: Frau anhand von Tattoo-Fotos identifiziert und gefasst

Dank einer deutschlandweiten Öffentlichkeitsfahndung konnte eine Frau, die mutmaßlich ein Kind sexuell missbraucht hat, gefasst werden. Sie wurde anhand von Fotos ihrer Tattoos identifiziert.
Das Bundeskriminalamt hatte anhand von Fotos ihrer Tattoos eine Frau wegen sexuellem Missbrauch eines Kindes gesucht. Fotos: BKA
Das Bundeskriminalamt hatte anhand von Fotos ihrer Tattoos eine Frau wegen sexuellem Missbrauch eines Kindes gesucht. Fotos: BKA

Frau soll Kind sexuell missbraucht und Videos verbreitet haben

Am vergangenen Mittwoch (4. Oktober 2023) hatten das Bundeskriminalamt (BKA) und die Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität (ZIT) der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt eine Öffentlichkeitsfahndung eingeleitet. Gesucht wurde eine unbekannte Frau, die im Verdacht steht, ein Kind ab 2016 schwer sexuell missbraucht zu haben. Sie soll darüber hinaus Aufnahmen des Missbrauchs erstellt und sie an Dritte weitergegeben haben. Die Polizei veröffentlichte Foto-Ausschnitte, auf denen die auffälligen Tattoos der Verdächtigen zu sehen waren.

Hinweis aus der Bevölkerung führt zu Festnahme

Bereits am gestrigen Donnerstagabend (5. Oktober 2023) hatte die Fahndung Erfolg. Eine 46-Jährige aus dem Schwalm-Eder-Kreis wurde identifiziert und festgenommen. Ein Zeuge hatte sich mit einem relevanten Hinweis auf eine weibliche Person mit entsprechenden Tattoos unter anderem am Handrücken an die Ermittlungsbehörden gewandt.

Frau anhand ihrer Tattoos identifiziert

Anhand der vorliegenden Beweismittel nahmen ZIT und BKA weitere Recherchen sowie einen Lichtbildvergleich vor. Da die Wahrscheinlichkeit, dass es sich bei der Frau um die gesuchte Person handelte, hoch war, erwirkte man einen Durchsuchungsbeschluss für die Adresse der 46-Jährigen.

Die BAO FOKUS des Hessischen Landeskriminalamts (HLKA) sowie Kräfte des Polizeipräsidiums Nordhessen übernahmen in Absprache mit dem BKA die polizeilichen Aufgaben. Gemeinsam mit der ZIT vollstreckte sie den Durchsuchungsbeschluss. Dabei konnten sie die Tattoos der Frau verifizieren und zusätzliche tatrelevante Beweismittel sicherstellen. Es bestehe kein Zweifel mehr, dass es sich bei der Beschuldigten um die Frau handelt, deren Tattoos auf den Videos zu sehen waren.

Bei dem Opfer handelte es sich wohl um fünfjährige Tochter

Die Beschuldigte ist nun dringend verdächtig, in mindestens zwei Fällen ein Mädchen, das zur Tatzeit im Kleinkindalter war, sexuell missbraucht zu haben. Dabei soll sie Videos aufgezeichnet und über das Internet verbreitet haben. Bei dem Opfer handelt es sich mutmaßlich um ihre damals fünfjährige Tochter.

46-Jährige in Untersuchungshaft

Die 46-Jährige wurde am heutigen Freitagvormittag (6. Oktober 2023) der zuständigen Haftrichterin des Amtsgerichts Fritzlar vorgeführt. Diese ordnete Untersuchungshaft für die Beschuldigte an.

Die ZIT und das BKA bedanken sich bei allen Personen, die den Fahndungsaufruf geteilt und Hinweise abgegeben haben.

Verwendete Quellen: 
– Mitteilung des Bundeskriminalamtes, 6. Oktober 2023