Situation in Saar-Kliniken verschärft sich – Umfrage zu Corona-Lage

Eine Umfrage zur Corona-Lage in den Saar-Kliniken hat nach Auswertung des Ärzt:innenverbandes Marburger Bund die ansteigende Belastung in den Krankenhäusern bestätigt. Die Befürchtung: ein Versorgungsengpass bei weiter steigenden Fallzahlen.
Etwa 200 Ärzt:innen haben an der Umfrage teilgenommen. Foto: dpa-Bildfunk/Waltraud Grubitzsch
Etwa 200 Ärzt:innen haben an der Umfrage teilgenommen. Foto: dpa-Bildfunk/Waltraud Grubitzsch
Etwa 200 Ärzt:innen haben an der Umfrage teilgenommen. Foto: dpa-Bildfunk/Waltraud Grubitzsch
Etwa 200 Ärzt:innen haben an der Umfrage teilgenommen. Foto: dpa-Bildfunk/Waltraud Grubitzsch

Der Marburger Bund Saar (MB) hat nach eigenen Angaben kürzlich eine Umfrage zur Corona-Lage in den Saar-Kliniken initiiert. Etwa 200 Ärzt:innen antworteten auf die Fragen zu ihrem Arbeitsalltag. Nun stellte der Verband die Ergebnisse vor.

Teststrategien

Alarmierend sei, dass es laut der Umfrage in einigen Kliniken immer noch an einer regelmäßigen und verdachtsunabhängigen Teststrategie fehle. Etwa 32 Prozent der befragten Ärzt:innen gaben laut Verband an, dass in ihrer Klinik nicht regelmäßig und verdachtsunabhängig getestet würde.

Mehrarbeit

Fast 40 Prozent der Befragten gaben an, derzeit mehr Stunden als vertraglich vereinbart zu arbeiten. Zudem führten 65 Prozent auf, keine regelmäßigen Pausen machen zu können. MB-Landesvorsitzender Gregg Frost sagte dazu: „Das medizinische Personal im Gesundheitssystem war schon vor der Pandemie überlastet. Dies wird durch die Pandemie noch verschärft.“

Behandlungen

Ein weiteres Ergebnis der Umfrage: 44 Prozent der befragten Ärzt:innen gaben an, dass Ihre Klinik innerhalb der letzten zehn Tage die Behandlung von Nicht-Corona-Patienten einschränken musste, „weil die stationären COVID-Fälle Ressourcen auf Intensiv- oder Normalstation sowie in anderen Funktionsbereichen binden“. 

Schutzausrüstung

Beim Thema Schutzausrüstung zeigte sich innerhalb der Umfrage eine klare Tendenz. 80 Prozent der Teilnehmer:innen beurteilten die Verfügbarkeit von Schutzausrüstung als ausreichend. Nach Ansicht des Marburger Bundes seien die „20 Prozent, die widersprechen, […] für das riskante Arbeitsumfeld immer noch zu viel“.

Erkenntnis

Die Erkenntnis aus der Umfrage zur Corona-Lage lautet nach Angaben des Marburger Bundes „für den Moment“: Noch sind die Kapazitäten der Saar-Kliniken nicht ausgeschöpft. Es bestehe allerdings Grund zur Sorge, „dass bei weiter steigenden Fallzahlen und aufgrund des fehlenden qualifizierten Personals an stark belasteten Kliniken, ein Versorgungsengpass entstehen könnte und dies auch in der Regelversorgung“.

Die zeitgleich auch in anderen Landesverbänden durchgeführte Umfrage habe zu einem „ähnlichen Ergebnis“ geführt. Weitere Daten und Informationen gibt es auf der Webseite des Marburger Bundes.

DIVI-Zahlen

Nach Angaben des DIVI-Intensivregisters gibt es im Saarland aktuell 58 freie Intensivbetten (Stand: 9. Dezember). Von den insgesamt 496 Betten sind derzeit somit 438 belegt.

Verwendete Quellen:
– Mitteilung des Marburger Bundes Landesverband Saarland, 09.12.2020
– DIVI-Intensivregister, 09.12.2020