Virales Video: Kandidatin der Saar-Grünen blamiert sich bei Fragerunde

Ein Video vom Landesparteitag der Grünen im Saarland, das auf Twitter aufgetaucht ist, zieht weite Kreise. In dem Clip ist die Listenplatz-Zweite Irina Gaydukova bei ihrer Vorstellungsrunde zu sehen. In dem Ausschnitt weiß sie auf keine der Fragen eine Antwort. Nun ist sie aus der Partei ausgetreten.
Irina Gaydukova ist nach Kritik und Häme auf ihren Auftritt beim Grünen-Parteitag ausgetreten. Foto: BeckerBredel
Irina Gaydukova ist nach Kritik und Häme auf ihren Auftritt beim Grünen-Parteitag ausgetreten. Foto: BeckerBredel
Irina Gaydukova ist nach Kritik und Häme auf ihren Auftritt beim Grünen-Parteitag ausgetreten. Foto: BeckerBredel
Irina Gaydukova ist nach Kritik und Häme auf ihren Auftritt beim Grünen-Parteitag ausgetreten. Foto: BeckerBredel

Der Landesparteitag der Grünen im Saarland zieht weitere Schatten nach sich. Nach der viel kritisierten Listenaufstellung und dem Rücktritt des neuen Vorsitzenden geht nun ein Video viral, in dem eine Kandidatin für den Bundestag bei einer Vorstellungsrunde keine gute Figur macht.

Gaydukova nach Kritik aus Partei ausgetreten

Irina Gaydukova wurde bei der Aufstellung der Liste für die Bundestagswahl auf Platz zwei gewählt. In dem Clip ist die Kandidatin bei einer Fragerunde zu sehen, bei der sie zu den bundespolitischen Themen kaum eine Antwort weiß. Es hagelte Kritik. Nun ist die 52-Jährige aus der Partei ausgetreten. Das berichten mehrere Medien übereinstimmend. 

Grüne kann bundespolitische Fragen nicht beantworten

Bei der Vorstellungsrunde wurde Gaydukova etwa nach ihrer Haltung zur Fahrradpolitik befragt. Ihre Antwort im Video ist schlicht: „Positiv“. Sie lacht, das Publikum applaudiert. „Was erwartet man von mir bei dieser Frage?“ Die Entgegnung mag bei einer Grünen-Politikerin noch halbwegs gerechtfertigt sein, beim nächsten Thema gerät sie jedoch richtig ins Schleudern.

Auf die Frage, wie sie soziale Gerechtigkeit und Klimaschutz sinnvoll miteinander verbinden will, stellt sie die Gegenfrage: „Habe ich Zeit, zu überlegen?“ Nach einigem Hin und Her wird die Antwort übersprungen. Allerdings rettet das die Situation nicht. Gefragt, was sie vom CO2-Zertifikatehandel halte, folgt nur betretenes Schweigen. An dieser Stelle endet der Clip. 

Gaydukova habe unter erheblichem Lampenfieber gelitten

Wie der „Focus“ berichtet, habe der Landesvorstand der Saar-Grünen auf Anfrage erklärt, dass Gaydukova „angesichts der extrem aufgeladenen Stimmung als ein bislang nur kommunalpolitisch engagiertes Mitglied ohne Rhetoriktraining erhebliches Lampenfieber und Nervenflattern“ gehabt habe. Ob es sich also nur um einen Aussetzer oder um echte Wissenslücken handelt, sei unklar. 

Irina Gaydukova ist vor 20 Jahren nach Deutschland gekommen und arbeitet heute als Controllerin in Saarbrücken. In ihrer Bewerbungsrede habe sie „ihre bewegende Migrationsgeschichte beschrieben, die vielen zugewanderten Menschen Mut macht, dass man es auch als unter extrem schwierigen Bedingungen in die Bundesrepublik zugewanderte Frau mit Fleiß, Mut und Engagement zu etwas bringen kann“, so die Saar-Grünen im „Focus“.

Harte Kritik und Häme auf Twitter

Das Video wurde derweil auf Twitter Hunderte Male geteilt. Die Nutzer:innen zeigen sich ungnädig mit der Grünen-Politikerin. Neben berechtigter Kritik reagieren viele auch mit Häme und Beleidigungen. „Peinlich“ ist noch eine freundliche Reaktion. 

Grüne: Umgang mit Politikerin mache betroffen

Die Grünen erklärten, dass der Umgang mit der Politikerin betroffen mache. „Wir würden uns wünschen, dass die zum Teil entwürdigenden Angriffe auf Irina in den sozialen Netzwerken unter Beachtung der Persönlichkeitsrechte entsprechend gewürdigt werden“, heißt es im Focus. 

Auch AKK kritisiert Reaktionen im Netz

Auch CDU-Politikerin Annegret-Kramp-Karrenbauer stellt sich hinter Gaydukova. Auf Twitter schrieb die Saarländerin: „Der Auftritt ist sicher alles andere als professionell. Aber die Reaktionen darauf im Netz finde ich noch unprofessioneller und beschämend. Hier wird gerade ein Mensch kaputt gemacht.“ 

 Verwendete Quellen:
– Twitter
– SR
– Focus