20 Eiermarken im großen Test – Note „mangelhaft“ für Eier von bekanntem Discounter vergeben

Die Zeitschrift "Öko-Test" hat 20 Eiermarken auf verschiedene Kriterien wie Tierwohl und das jeweilige Gewicht hin untersucht. Nur fünf Marken erhielten die Note "sehr gut". In einem Fall wurde "mangelhaft" vergeben:
Gerade bei dem Tierwohl mussten viele Marken Punkte abgeben. Symbolfoto: Unsplash/ Morgane Perraud
Gerade bei dem Tierwohl mussten viele Marken Punkte abgeben. Symbolfoto: Unsplash/ Morgane Perraud
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Eier im „Öko-Test“: Auch das Tierwohl wird bewertet

Wer von einem EierTest erwartet, dass es dabei nur darum geht, was in einem Ei drinsteckt und ob es schmeckt, hat die Rechnung ohne die Zeitschrift „ÖkoTest“ gemacht. Für die Ausgabe 4/2024 untersuchten die Tester:innen nicht nur Eier auf Schadstoffe, sondern hatten vor allem das Tierwohl der legenden Hennen im Blick und wie es ihren Brüder-Küken ergeht.

20 Eiermarken wurden überprüft

Die gute Nachricht zuerst: Die Öko-Tester:innen konnten in den 20 überprüften Eiermarken, darunter zwölfmal Bio-Eier und achtmal Freilandeier, keine bedenklichen Mengen von kritischen Substanzen wie giftiges Dioxin oder Salmonellen nachweisen. Und nur selten fanden sich Auffälligkeiten wie Risse und Beschädigungen der Eierschalen, Einblutungen im Inneren oder Kot an den Schalen.

In einem Fall war die Hälfte der untersuchten Eier allerdings leichter als die deklarierte Gewichtsklasse M. In drei Fällen wurden Noten abgezogen, weil der Erzeugerstempel unleserlich war.

Tierwohl und Transparenz: Wofür es Punktabzüge gibt

Doch richtig Punktabzüge hagelte es für fehlendes Tierwohl – vor allem, wenn es um die männlichen Küken geht. So seien Auslobungen auf den Packungen wie „ohne Kükentöten“ keine Garantie für ein artgerechtes Leben der männlichen Küken. Auch wenn sie nun nicht mehr geschreddert würden, sei eine Methode, die Eier mit unerwünschten männlichen Hühnerembryos nach der sogenannten In-Ovo-Geschlechterbestimmung schon früh auszusortieren. Sie würden dann einfach nicht weiter ausgebrütet.

Dürfen männliche Küken das Licht der Welt erblicken, wachsen sie teilweise auch im Bio-Segment anders auf als Eier legende Hennen – nämlich unter Bedingungen wie konventionell aufgezogene Tiere. Die Öko-Tester:innen honorieren dagegen, wenn bei sogenannten Zweinutzungsrassen beide Geschlechter gleichwertig aufwachsen können. Auch wer den Lebensweg der Tiere von der Brüterei bis zum gekauften Ei nicht lückenlos dokumentieren konnte (oder wollte), musste wegen fehlender Transparenz Punktabzüge hinnehmen.

Das sind die fünf Testsieger

Folgende fünf Eier-Marken erfüllten die „ÖkoTest“-Kriterien am besten und erreichten das Prädikat „sehr gut“: 

  • „‚Ne runde Sache“, 6 Bio-Eier von Naturland (0,62 Euro pro Stück)
  • Alnatura 10 Bio-Eier Bioland (0,50 Euro pro Stück)
  • K-Bio 6 frische Eier Bioland von Kaufland (0,50 Euro pro Stück)
  • Königshofer Bio-Eier 6 Stück, Naturland von Dennree (0,50 Euro pro Stück)
  • Lindengut 6 frische Bio-Eier aus dem Hühnermobil, Demeter (0,72 Euro pro Stück).

Eier von Aldi sind „mangelhaft“

Neunmal vergaben die Tester:innen die Note „gut“, viermal „befriedigend“, je einmal „ausreichend“ und „mangelhaft“. Die Bewertung „mangelhaft“ gab es für die „Landfreude Frische Eier aus Freilandhaltung 10 Stück“ von Aldi (23 Cent pro Stück). Zwar sei die Qualität in Ordnung. Laut „Öko-Test“ sei aber die Lieferkette nicht belegt. Zudem werde die In-Ovo-Geschlechtsbestimmung durchgeführt und die Besatzdichte im Stall sei sowohl bei Lege- als auch Junghennen hoch. Aldi habe mittlerweile angegeben, nicht mehr von dem Hersteller der getesteten Eier beliefert zu werden.

Verwendete Quelle:
– Deutsche Presse-Agentur