Nach Entführung und Folter von Musikmanager in Saarbrücken: Anklage erhoben

Die Staatsanwaltschaft Saarbrücken hat Anklage gegen vier Männer wegen Menschenraub und Körperverletzung erhoben. Ihnen wird vorgeworfen, Anfang des Jahres einen Musikmanager aus Frankfurt entführt und gefoltert zu haben.
Der Tatort in der Dudweilerstraße. Die Läden haben laut Medienberichten mit den Vorfällen nichts zu tun. Archivfoto: Apple Karten
Der Tatort in der Dudweilerstraße. Die Läden haben laut Medienberichten mit den Vorfällen nichts zu tun. Archivfoto: Apple Karten

Anklage nach brutaler Entführung erhoben

Nach der aufsehenerregenden Entführung eines Frankfurter Musikmanagers nach Saarbrücken hat die Staatsanwaltschaft nun Anklage erhoben. Das berichten der Saarländische Rundfunk und die Saarbrücker Zeitung übereinstimmend. Den vier verdächtigen Männern zwischen 39 und 45 Jahren wird erpresserischer Menschenraub und gefährliche Körperverletzung vorgeworfen. Der Prozess vor dem Landgericht Saarbrücken soll wohl im September beginnen.

Polizei fasste vier mutmaßliche Täter

Drei der mutmaßlichen Kidnapper sitzen in Untersuchungshaft. Im Februar hatte die Polizei die beiden Hauptverdächtigen, den Betreiber eines Saarlouiser Restaurants und den eines Fitnessstudios in Saarbrücken, festgenommen. Die beiden anderen Verdächtigen fasste sie im März und im Mai.

Musikmanager nach Saarbrücken verschleppt und gequält

Die Vier sollen ihr 41-jähriges Opfer am 21. Januar 2023 in Neu-Isenburg einen Hinterhalt gelockt, geschlagen und nach Saarbrücken verschleppt haben. Auf der Fahrt sollen die mutmaßlichen Täter dem Musikmanager eine Sturmhaube übergezogen haben, sodass dieser nicht wusste, wo er ist. Im Anschluss sollen sie ihn in einem Kellerraum in der Dudweilerstraße mit Klebeband an einen Stuhl gefesselt und misshandelt haben.

Wegen Drogengeschäften? Opfer in eisiger Kühlkammer eingesperrt

Die Polizei vermutet ein Drogengeschäft, auf das sich das Opfer nicht einlassen wollte, als Motiv für die gewaltsame Tat. Angeblich habe er sich geweigert, zum Ausgleich für einen verpatzten Rauschgiftdeal 100.000 Euro zu zahlen. Daraufhin hätten die Angeklagten ihm zwei Tage Bedenkzeit eingeräumt und ihn in der 3,5 Grad kalten Kühlkammer im Keller zurückgelassen. Nach einigen Stunden konnte das Opfer jedoch das Klebeband lösen und sich befreien. Passanten hörten Hilfeschreie durch einen Lichtschacht über dem Kellerraum und verständigten die Polizei. Einsatzkräfte der Feuerwehr befreiten den Schwerverletzten und brachten ihn in ein Krankenhaus.

Verwendete Quellen:
– Saarländischer Rundfunk
– Saarbrücker Zeitung
– eigene Berichte