Chef der Saar-Grünen nennt Gründe für plötzlichen Rücktritt

Ralph Rouget, der fünf Tage nach seiner Wahl zum Vorsitzenden der Grünen im Saarland, seinen Rücktritt einreichte, hat nun erstmals Gründe für die Entscheidung angegeben. Es sei dabei auch um persönliche Angriffe gegangen. Die Gräben in der Partei seien tiefer, als er erwartet hatte.
Ralph Rouget spricht auf dem Landesparteitag von Bündnis 90/Die Grünen. Foto: Oliver Dietze/dpa
Ralph Rouget spricht auf dem Landesparteitag von Bündnis 90/Die Grünen. Foto: Oliver Dietze/dpa
Ralph Rouget spricht auf dem Landesparteitag von Bündnis 90/Die Grünen. Foto: Oliver Dietze/dpa
Ralph Rouget spricht auf dem Landesparteitag von Bündnis 90/Die Grünen. Foto: Oliver Dietze/dpa

„Am Donnerstag habe ich mein Amt als Landesvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen im Saarland niedergelegt. Seit meiner Bewerbung sehe ich mich persönlichen Angriffen und Anfeindungen, vor allem aus inneren Kreisen der Partei, ausgesetzt“, erklärt Rouget in einer Mitteilung. 

Rouget war in Vergangenheit nicht an Streitigkeiten beteiligt

Er habe das Amt aus Überzeugung angetreten, dass er als unabhängiger Kandidat unbelastet sei von der Vergangenheit der Partei, durch die sich Streitigkeiten ziehen. Er habe geglaubt, eine Chance zu haben seine Vorstellungen und Ideen in dem neuen Team umsetzen zu können. 

Gräben tiefer als erwartet

„Im Laufe des Parteitags wurde mir bereits bewusst, wie tief die Gräben innerhalb unserer Partei sind“, so Rouget weiter. Die Wahl des Vorsitzenden habe gleich im Schatten der Listenwahl für den Bundestag gestanden. Bei dieser war Hubert Ulrich trotz Frauenstatut auf die Spitzenposition gewählt worden.

„Derart belastet wurde der neue Landesvorstand von Beginn an leider diskreditiert und auch von der Bundespartei nicht unterstützt„, erklärt der Grünen-Politiker. Im Vorstand habe es im Anschluss Uneinigkeit über die politische Aufarbeitung des Parteitags gegeben. 

Unterstellungen und üble Nachrede auf Social Media

Innerhalb der Partei hätten, so Rouget, Unterstellungen und üble Nachrede in den sozialen Netzwerken Fahrt aufgenommen, die sich mit zunehmender Schärfe gegen seine Person richteten. „Es war nirgendwo die Bereitschaft zu erkennen, die Vergangenheit hinter sich zu lassen„, so der Grüne.

Brücken bauen unter diesen Umständen nicht möglich

„Unter diesen Umständen sehe ich keine Perspektive, meinem Ziel, Brücken zu bauen und zur Versöhnung in der Partei beizutragen, gerecht zu werden“, erklärt Rouget. Abschließend betont er, dass der Rücktritt nichts mit der Zusammenarbeit mit der Grünen-Vorsitzenden Barbara Meyer-Gluche zu tun habe. „Wir beide und auch einige andere Mitglieder des neuen Vorstands hatten die gleichen Vorstellungen von der Zukunft unserer Partei.“

Die Grünen im Saarland stehen nicht nur wegen der Listenaufstellung für den Bundestag in der Kritik. Nach dem Parteitag tauche auch ein Video auf, dass eine Kandidatin zeigt, die bei ihrer Vorstellungsrunde gesamtpolitische Fragen nicht beantworten kann. 

Verwendete Quellen:
– Pressemitteilung von Ralph Rouget
– Eigene Artikel