Oben-ohne-Baden für alle in Saarbrücken: Testphase in dieser Freibad-Saison

Die Landeshauptstadt Saarbrücken testet eine neue Badeordnung in den Saarbrücker Bädern. Demnach dürfen künftig alle Besucher:innen – unabhängig vom Geschlecht – ohne Oberteil schwimmen.
Auch Frauen dürfen in den Saarbrücker Bädern in diesem Sommer oben ohne schwimmen. Symbolfoto: Annette Riedl/dpa-Bildfunk
Auch Frauen dürfen in den Saarbrücker Bädern in diesem Sommer oben ohne schwimmen. Symbolfoto: Annette Riedl/dpa-Bildfunk

Badeordnung der Saarbrücker Bäder geändert

Ein zuständiger Ausschuss der Landeshauptstadt Saarbrücken hat am Dienstag (2. Mai 2023) beschlossen, eine Änderung der Badeordnung in den Saarbrücker Bädern vorzunehmen. Die Entscheidung folgte auf einen Antrag der Grünen im vergangenen Jahr.

Auch Frauen dürfen „oben ohne“ schwimmen

Die neuen Regeln sollen es künftig allen Besucher:innen unabhängig vom Geschlecht erlauben, sich „oben ohne“ im Schwimmbereich aufzuhalten. Bislang durften Frauen und weiblich gelesene Personen nur die Sonnenwiesen ohne Oberteil betreten. Künftig dürfen sie auch schwimmen, ohne ihre Brüste zu bedecken – zumindest in dieser Freibad-Saison. Die neue Badeordnung soll sich zunächst in einer Testphase bewähren.

„Mehr Gleichberechtigung“ – breite Mehrheit für die Änderung

Die Grünen sehen darin ein Zeichen für die Gleichberechtigung.  „Nachdem Städte wie Göttingen, Wiesbaden und Berlin bereits mit gutem Beispiel vorangegangen sind, zieht nun auch unsere Landeshauptstadt beim Thema Gleichberechtigung in Schwimmbädern nach“, erklären die frauenpolitische Sprecherin der Grünen im Stadtrat, Patricia Schumann, und die Fraktionsvorsitzende, Claudia Schmelzer. Man habe eine breite Mehrheit für die Änderung gewinnen können.

In einer offenen Gesellschaft, solle jeder Mensch frei entscheiden können, wie er oder sie sich in der Öffentlichkeit zeigt, so die Grünen. Bislang habe das für Frauen und nicht-binäre Personen in den Schwimmbereichen der Saarbrücker Bäder nicht gegolten.

Selbstbestimmung und Freiheit für alle

„Das Verhüllungsgebot zwingt Menschen, sich aufgrund ihrer sekundären Geschlechtsmerkmale einem Geschlecht zuzuordnen, das unter Umständen nicht ihrer persönlichen Geschlechtsidentität entspricht“, führen die Grünen-Sprecherinnen aus. Die Initiative sei daher nur ein Schritt zu mehr sexueller und physischer Freiheit, sondern auch zu mehr Selbstbestimmung für alle Geschlechter.

Die Grünen erwarteten daher, dass die Änderung nach der Testphase dauerhaft bestehen bleibt.

Verwendete Quellen:
– Pressemitteilung der Grünen-Fraktion im Stadtrat Saarbrücken