Paar mit Messer verletzt: Angeklagter gesteht Angriff in Wildpark Karlsbrunn

Im Sommer 2023 hat ein junger Mann unter Drogeneinfluss in einem Wildpark in Großrosseln ein Paar mit einem Messer lebensgefährlich verletzt. Im aktuellen Gerichtsprozess gestand der 23-Jährige nun die Tat. Die Opfer leiden bis heute.
Zwei Menschen erlitten bei dem Messerangriff im Wildpark in Karlsbrunn schwerste Verletzungen. Ein 23-Jähriger soll sie attackiert haben. Foto: BeckerBredel
Zwei Menschen erlitten bei dem Messerangriff im Wildpark in Karlsbrunn schwerste Verletzungen. Ein 23-Jähriger soll sie attackiert haben. Foto: BeckerBredel

Prozessauftakt nach Messerangriff in Wildpark Karlsbrunn

Seit dem heutigen Montag (26. Februar 2024) läuft am Landgericht Saarbrücken wegen versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung der Prozess gegen einen 23-Jährigen. Der Vorwurf: Der Angeklagte soll im August 2023 in einem Wildtierpark in Großrosseln ein Paar aus Frankreich mit einem Messer lebensgefährlich verletzt haben.

23-Jähriger soll plötzlich und grundlos auf Opfer eingestochen haben

Unvermittelt und ohne konkreten Anlass soll der junge Mann mehr als 30 Mal auf die Opfer eingestochen haben. Ohne medizinische Behandlung wären die beiden laut Anklage gestorben. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 23-Jährigen vor, aus Mordlust gehandelt und dabei die Arg- und Wehrlosigkeit des Paares bewusst ausgenutzt zu haben.

Drogeneinfluss und psychische Erkrankung vermindern Schuldfähigkeit

Zum Tatzeitpunkt stand der Mann unter dem Einfluss von Alkohol, Kokain und Cannabis. Zudem soll er mutmaßlich an einer psychischen Erkrankung leiden. Daher habe er unter verminderter Schuldfähigkeit gehandelt.

Angeklagter gesteht Tat – trotz Erinnerungslücke

Der Angeklagte gab bei seiner Aussage an, sich nicht an die Tat erinnern zu können. Einige Monate zuvor sei ihm in seinem Heimatland Polen eine Persönlichkeitsstörung mit depressiven Symptomen bescheinigt worden. Zudem habe er mehrere Suizidversuche unternommen. Vor Gericht entschuldigte der 23-Jährige sich für das, was er getan habe. „Ich habe das Leben von wildfremden Menschen in einen Albtraum verwandelt, und ich gestehe, was mir vorgeworfen wird„, sagte er.

Opfer leiden bis heute an Folgen

Die beiden Opfer leiden bis heute psychisch und körperlich an den Folgen der Attacke, hieß es vor Gericht. Der 47-jährige Mann hatte durch zig Messerstiche Verletzungen an Milz und Magen erlitten, seine 44-jährige Freundin an Lunge und einer Schlagader.

Frau berufsunfähig, Paar in psychologischer Behandlung

Die Frau berichtete im Prozess, sie habe Angst gehabt, dass der Angeklagte sie töten wollte. Zwei Tage nach dem Angriff habe sie während ihres dreiwöchigen Klinikaufenthaltes einen Schlaganfall erlitten. Wegen Einschränkungen eines Armes könne sie ihren Beruf als Friseurin nicht mehr ausüben. Die Tat beschäftige sie bis heute jeden Tag. Sie sei schreckhaft und befinde sich in psychologischer Behandlung. Der Angeklagte bat nach ihren Schilderungen spontan um Verzeihung. „Ich vergebe, aber ich vergesse nicht“, sagte die Frau daraufhin.

Ihr Freund erklärte, dass er noch immer ständig unter Bauchschmerzen, Albträumen und Schlafstörungen leide. Auch er befindet sich noch in psychologischer Betreuung.

Staatsanwaltschaft: Angeklagter sei Gefahr für die Allgemeinheit

Laut Staatsanwaltschaft sei der 23-Jährige eine Gefahr für die Allgemeinheit. Von ihm seien „erhebliche rechtswidrige Taten“ zu erwarten. Der Prozess wird Mitte März fortgesetzt, ein Urteil könnte am dritten Verhandlungstag am 22. März fallen.

Verwendete Quellen:
– Deutsche Presse-Agentur