PopRat Saar kritisiert die Landesregierung für Ungleichbehandlung beim Saarland-Modell Plus

Der PopRat Saarland hat die saarländische Landesregierung für ihre neue Corona-Verordnung kritisiert. Insbesondere für die Ungleichbehandlung zwischen Sport-Events und kulturellen Veranstaltungen habe man keinerlei Verständnis. Eine Gleichstellung wird nun gefordert:
Der PopRat Saarland will eine Gleichstellung kultureller Events mit anderen Veranstaltungen. Symbolfoto: Unsplash
Der PopRat Saarland will eine Gleichstellung kultureller Events mit anderen Veranstaltungen. Symbolfoto: Unsplash

Kulturszene enttäuscht über neue Corona-Verordnung im Saarland

Anfang Oktober war die Freude in der Kulturbranche noch groß. Schließlich hat man der deutlich angeschlagenen Event- und Kulturszene mit der Einführung des sogenannten „Saarland Modell Plus“ nach 18 Monaten endlich wieder eine Perspektive in Aussicht gestellt. Umso verärgerter und enttäuschter zeigt sich die Branche nun von der veränderten Corona-Verordnung im Saarland, die am heutigen Freitag (29. Oktober 2021) in Kraft getreten ist.

Ungleichbehandlung zwischen Kultur- und Sportveranstaltungen

„Der Grund dafür liegt in einer Ungleichbehandlung zwischen Außenveranstaltungen im Bereich des Sports, von Martinsumzügen etc. und kulturellen Veranstaltungen„, erklären Vertreter:innen des PopRats Saarland. Denn für kulturelle Veranstaltungen im Freien bleibt, anders als etwa bei Sportveranstaltungen, weiterhin die Pflicht zur Kontaktnachverfolgung bestehen. Der Wortlaut des Saar-Gesundheitsministeriums in diesem Kontext: „Für kulturelle Veranstaltungen wie beispielsweise Konzerte im Außenbereich bleiben die bisherigen Regelungen vorerst bestehen“.

PopRat Saarland: Politik schürt Ängste 

Dass es bei den Beschränkungen für die Kulturevents bleibt, bedeute für die Veranstalter:innen „ein nicht unerheblicher organisatorischer und damit auch kostenintensiver Aufwand“, wie PopRat-Verhandlungsführer Julian Blomann und Jens Spallek erläutern. Viel größer ist der Ärger aber über die negative Signalwirkung, die von dieser Ungleichbehandlung ausgeht. „Denn dadurch wird unweigerlich erneut die Angst vor kulturellen Veranstaltungen als vermeintliche Treiber des Pandemiegeschehens geschürt„, so die beiden Vertreter des PopRats.

Blomann und Spallek geben weiter zu bedenken: „Die Veranstalter kultureller Events waren stets unter den Ersten, wenn es um die Entwicklung tragfähiger und praxistauglicher Hygienekonzepte ging. Es fehlt immer noch ein klares Zeichen der Politik, dass die Kultur das Pandemiegeschehen nicht beflügelt hat und es vielmehr sicher ist, entsprechende Veranstaltungen zu besuchen“.

PopRat fordert Gleichstellung

Gregor Theado, der erste Vorsitzende des PopRats, fordert deshalb die Gleichstellung sämtlicher Events. „Für die Kulturbranche ist es elementar wichtig, dass nicht mehr mit zweierlei Maß gemessen wird. Es ist niemandem verständlich zu machen, warum einer durch die Pandemie gebeutelten Branche weiterhin in diesem Umfang Maßnahmen auferlegt werden, sowohl organisatorischer als auch finanzieller Natur. Wir fordern daher die Gleichstellung der Kulturveranstaltungen auch mit allen anderen Veranstaltungen im Außenbereich„, so Theado.

Landesregierung kündigt „zeitnahe Lösung“ an

Es besteht eine gute Chance, dass die Forderungen des PopRats umgesetzt werden. So hat die saarländische Landesregierung bereits angekündigt, eine „zeitnahe Lösung“ finden zu wollen: „Null-G-Regel bei Sport-Events im Saarland, nicht aber bei Kulturveranstaltungen: So kommt’s zustande“.

Verwendete Quellen:
– Mitteilung des PopRats Saarland vom 29.10.2021
– eigene Berichte