Welle von Schließungen in Saarbrücken: Mehrere Betriebe stehen vor dem Aus

In der saarländischen Landeshauptstadt stehen mehrere Läden und Gastro-Betriebe vor dem Aus. Viele sollen bereits zum Jahresende schließen. Diese Geschäfte und Gaststätten in Saarbrücken sind betroffen:
In Saarbrücken müssen einige Läden und Gastro-Betriebe zum Jahresende schließen. Fotos: BeckerBredel & Apple Fotos
In Saarbrücken müssen einige Läden und Gastro-Betriebe zum Jahresende schließen. Fotos: BeckerBredel & Apple Fotos

Sushi-Bar in Saarbrücken schließt zum Jahresende

Die jüngste Meldung über eine anstehende Schließung in Saarbrücken erschien erst am Montag (12. Dezember 2022). Die beliebte Sushi-Bar in der Obertorstraße macht zum Jahreswechsel dicht. Der Mietvertrag des Restaurants wurde nicht verlängert. Die Betreiber hoffen, einen neuen Standort zu finden. Bis dahin verschwindet mit „Running Sushi“ jedoch ein weiterer langjähriger Gastbetrieb aus der Saarbrücker Landschaft. Die Bestürzung bei den Gästen ist groß.

Kult-Kneipe „Horst“ öffnet an Silvester zum letzten Mal

Auch für die Kult-Kneipe „Horst“ ist zum Ende 2022 Schluss. Die Bar kann sich nicht länger neben der Saarbrücker Garage halten, da der Vermieter in der Location eine höhere Miete erzielen will. Der Gaststätte habe er daher den Vertrag gekündigt, so „Horst“ auf Facebook. Die Kneipe war aufgrund ihrer Lage neben der beliebten Diskothek und dem alternativen Charme sehr beliebt. Man hätte gerne weitergemacht, der Entscheidung stünde man jedoch machtlos gegenüber. Im Sommer hatte es auf diese Weise bereits das Jazz-Café „Zing“ getroffen.

„Görtz“ macht reihenweise Filialen dicht – auch in Saarbrücken

Auch im Einzelhandel folgte in den vergangenen Wochen eine Schock-Nachricht der anderen. So muss etwa die Schuhgeschäft-Kette „Görtz“ viele ihrer Filialen in Deutschland schließen. Ebenso der Laden am St. Johanner Markt in Saarbrücken ist von der Welle betroffen. Grund sind auch hier mitunter die Mietkosten. Neben den steigenden Preisen durch Energiekrise und Inflation sei zudem die Kauflust der Kund:innen spürbar rückläufig. Verhandlungen über eine Anpassung der Mietpreise hatten nicht an allen Standorten Erfolg. Dort folgt daher nun das Aus für die Filialen.

„Papier & Feder“ steht nach Jahrzehnten vor dem Aus

Doch nicht nur Ketten, sondern insbesondere inhabergeführte Läden stürzt die aktuelle Lage nach der Corona-Pandemie in eine weitere Krise. Nach vielen Jahrzehnten schließt etwa „Papier & Feder“ in der Futterstraße. Die traditionsreiche Papeterie listet die Gründe dafür im Schaufenster. Die Corona-Lockdowns, das Internet-Shopping nach vorheriger Beratung im Fachhandel, fehlende Parkplätze und die Energiepreise hätten den Laden ruiniert. Laut Ankündigung soll zu Silvester Schluss sein, möglicherweise bleibt der Laden für den Ausverkauf jedoch noch einige Wochen länger geöffnet. Ähnlich erging es auch dem „Loup-Store“ am Lyonerring. Dort soll im Januar Schluss sein.

Zukunft von „Kaufhof“ und „Karstadt“ noch ungewiss

Noch unklar ist, wie es mit „Galeria Karstadt Kaufhof“ in Saarbrücken weitergeht. Von 131 Häusern in Deutschland sollen 40 geschlossen werden. Noch steht nicht fest, welche das sein werden. Laut einem Bericht des Handelsblattes stehe „Karstadt“ nahe dem St. Johanner Markt jedoch auf der Schließungsliste. Die Kaufhof-Filiale in der Bahnhofstraße jedoch habe gute Chancen, erhalten zu bleiben.

Stadt sieht kein Geschäftssterben

Derweil sieht die Stadt Saarbrücken kein Geschäftssterben, wie aus einem „SR“-Bericht hervorgeht. „Wir erleben, dass viele Unternehmen investieren und neue Geschäfte, neue Restaurants eröffnen“, wird Oberbürgermeister Uwe Conradt (CDU) zitiert. Seit Beginn der Pandemie hätte es in der City mehr als vierzig Neueröffnungen gegeben. Kein Problem sieht die saarländische Landeshauptstadt laut „SR“ auch in Bezug auf die Mieten, diese würden stagnieren.

Gegen den Trend: Quote der Firmenpleiten im Saarland verbessert sich

Saarlandweit gesehen ist die Zahl der Firmenpleiten im laufenden Jahr gesunken – gegen den Bundestrend. Die Insolvenzquote ging binnen Jahresfrist von 57 auf 50 zurück, wie die Wirtschaftsauskunftei Creditreform errechnet hat. Den am heutigen Dienstag (13. Dezember 2022) veröffentlichten Zahlen zufolge liegt das Saarland im Vergleich der 16 Bundesländer demnach im unteren Mittelfeld.

Verwendete Quellen:
– eigene Artikel
– Saarländischer Rundfunk
– Deutsche Presse-Agentur