Mord ohne Leiche: Prozess im Fall Gregorius kurz vor dem Abschluss

Eine Leiche wurde nie gefunden, Spuren nach Frankreich brachten keinen Durchbruch: Nach monatelanger Gerichtsverhandlung stehen nun die Schlussvorträge von Verteidigung und Anklage in einem besonderen Prozess in Saarbrücken an.

Einer der Angeklagten im Landgericht. Die Leiche von Peter Gregorius konnte nie gefunden werden. Archivfoto: BeckerBredel

Der Prozess um den knapp 30 Jahre zurückliegenden Todesfall Peter Gregorius neigt sich dem Ende entgegen. Nach 21 Verhandlungstagen werden an diesem Freitag (26. November 2021) vor dem Landgericht in Saarbrücken die Plädoyers erwartet. Nach Angaben einer Gerichtssprecherin hatte die Kammer beim vergangenen Verhandlungstermin bekannt gegeben, dass beabsichtigt sei, die Beweisaufnahme zu schließen. Eine Leiche ist in dem Fall bis heute nicht gefunden worden.

Vorwurf: Angeklagte sollen Gregorius getötet haben

Die beiden Angeklagten im Alter von 56 Jahren müssen sich wegen gemeinschaftlichen Mordes verantworten. Ihnen wird vorgeworfen, im September 1991 mit einem Mittäter den 27-jährigen Gregorius aus Völklingen heimtückisch getötet zu haben. Sie sollen ihn wegen eines angeblichen Drogengeschäftes in einen Wald bei Wadgassen gelockt, dort erschlagen und in einer vorbereiteten Grube vergraben haben. Der dritte der mutmaßlichen Täter, die Anfang August 2020 zunächst in Untersuchungshaft gekommen waren, hatte sich Anfang Januar in seiner Zelle das Leben genommen.

Männer auf freiem Fuß

Für den Prozess, der am 1. Februar begonnen hatte, waren ursprünglich sieben Verhandlungstage vorgesehen. Die Haftbefehle gegen die beiden Angeklagten waren am 30. September außer Vollzug gesetzt worden, da laut Gerichtssprecherin zu diesem Zeitpunkt nicht gewährleistet werden konnte, ob der Beschleunigungsgrundsatz eingehalten werden kann.

Kein Durchbruch durch Schädelfund in Frankreich

Die Kammer hatte auf Erkenntnisse aus Frankreich gewartet, nachdem von den Verteidigern Beweisanträge zu einem Schädelfund gestellt worden waren. Nach Angaben der Gerichtssprecherin war jener Fund von den französischen Behörden etwa zehn Jahre nach dem Verschwinden des Opfers als mögliche Spur mitgeteilt worden. „Wobei nach Mitteilung der französischen Behörden nicht von einer so langen Liegezeit des Schädels auszugehen war“, so Christiane Schmitt. Ob vonseiten der Verteidigung am Freitag noch Anträge gestellt werden, sei nicht bekannt. Als weiterer denkbarer Hauptverhandlungstermin ist der 10. Dezember vorgesehen.

Bisherige Artikel zum Mord an Peter Gregorius:

Anklage nach mutmaßlicher Tötung

Verwendete Quellen:
– Deutsche Presse-Agentur